Harninkontinenz
Unter unkontrolliertem Urinverlust leiden ca. 20% aller Frauen; der Urinabgang kann z.B. beim Niesen, Treppensteigen oder Lachen auftreten. Im fortgeschrittenen Fall kann es zu einer echten Einschränkung des alltäglichen Lebens kommen. Das Tragen einer Vorlage kann zur Geruchsbildung führen. Meistens ist eine Behandlung möglich. Oft reichen schon ein Beckenbodentraining und eine lokale Östrogentherapie.
Es gibt verschiedene Formen der Blasenschwäche. Durch die gynäkologische und urologische Untersuchung wird die individuelle Form diagnostiziert. Gegebenenfalls wird eine Urodynamik vorgenommen, das ist eine Untersuchung der Druckverhältnisse in Blase und Harnleiter.
Stressharninkontinenz
Eine Stressharninkontinenz liegt vor, wenn die Patientin bei körperlichen Belastungen, wie z.B. beim Niesen, Husten oder Lachen Urin verliert. Bei Frauen ist das die am häufigsten auftretende Form der Harninkontinenz. Ursache kann eine Bindegewebeschwäche, eine schwache Beckenbodenmuskulatur oder eine Entbindung sein. Mit einer regelmäßigen Beckenbodengymnastik kann eine Stressinkontinenz verbessert werden.
In oder nach den Wechseljahren kann auch eine Östrogensalbe oder -zäpfchen helfen. Wenn diese Behandlung keine ausreichende Besserung bringt, kann mittels eines kleinen chirurgischen Eingriffes ein schmales Band unter die Harnröhre appliziert werden. Der Eingriff wird in Lokalanästhesie oder Vollnarkose durchgeführt. In 80-90% der Eingriffe führt dies zu einer kompletten Heilung.
Drangharninkontinenz
Eine Dranginkontinenz (Urgeinkontinenz) liegt vor, wenn die Patientin plötzlichen zwanghaften Harndrang verspürt, den sie schlecht unterdrücken kann. Diese Art der Harninkontinenz kann nicht operiert werden! Eine medikamentöse Therapie und ein Blasentraining kann Abhilfe schaffen.









